Start frei für den Umbau

23. Dezember 2014 - Für die rund 200 SchülerInnen der Freien Waldorfschule Wolfratshausen öffnen sich im kommenden Schuljahr die Schultüren nicht mehr in Wolfratshausen, sondern in Geretsried. Im Malvenweg in Geretsried Gartenberg hat die Waldorfschule nach langer Suche eine neue Heimat gefunden.  
 
Am 7. Januar beginnen die Umbauarbeiten, mit denen zunächst die Klassenzimmer für die gesamte Schule geschaffen werden. Weitere Baumaßnahmen folgen in mehreren Bauabschnitten.
 
Ende November 2013 wurden die Umzugspläne durch den Bauausschuss der Stadt Geretsried genehmigt. Aus dem ehemaligen Bürogebäude des Pharmaunternehmens Mucos darf die "Freie Waldorfschule Isartal" werden.
Damit sich das Schulgebäude und -gelände harmonisch in die Umgebung des Isartals einfügen kann, entschloss sich die Schulgemeinschaft im Mai 2014, ein städtebauliches Gesamtkonzept in Auftrag zu geben. In der Generalversammlung der Schulgenossenschaft im Juni 2014 stellte der Architekt Paul-Gerhard Reeh von bpr architektur+design das Gesamtkonzept vor. Noch im August wurden die Pläne zum Umbau des ersten Bauabschnitts eingereicht und nun - nur vier Monate später - liegt die Baugenehmigung vor. Die Schule bedankt sich ganz herzlich bei allen Beteiligten für die großartige Unterstützung!

Aktuell sind die Unterrichtsräume der Schule auf die alte Polizeiinspektion im Untermarkt und Container in der Königsdorfer Straße in Wolfratshausen verteilt. Eine Lösung für einen einzigen Schulstandort konnte in Wolfratshausen nicht gefunden werden.  
 
Geretsried gewinnt so nicht nur eine lebendige Schule, sondern auch einen Waldorfkindergarten auf dem Gelände im Malvenweg mit dazu. Die Planungen für den Kindergarten laufen derzeit auf Hochtouren.

„Da geschieht manches, was mancher nicht denken kann.“

23. Juli 2014 - Die Achtklässler der Freien Waldorfschule Wolfratshausen brillieren in der Werkstattbühne im neuen Schulgebäude mit ihrer Aufführung: Krabat 

® Paula Hacker

Es ist Mittwoch abend um halb acht. Der Saal im neuen Schulgebäude am Malvenweg in Geretsried füllt sich. Die achte Klasse der Freien Waldorfschule Wolfratshausen hatte zur Premiere geladen. Knapp drei Wochen intensive Proben liegen hinter den Schülern.

Bei Hitze und bei Kälte, morgens bis in den späten Nachmittag dauerten die Proben und die Vorbereitungen für das diesjährige Achtklassspiel. Alles erarbeiteten die Schüler unter der  erfahrenen Anleitung der Regisseurin Edda von der Decken selbst. Bühnenbild, Kostüme, Requisiten, Licht und Technik mit Nebelmaschine mussten organisiert und installiert werden. Selbst die provisorische Bühne hatten Eltern und Baukreis der Schule erst für die Aufführungen im Juli eingerichtet. Zahlreiche helfende Eltern und Lehrer unterstützten sie.

Die Spannung steigt. Die Schüler sind hochkonzentriert. Die Akustik im Saal ist besser als erwartet oder liegt es an den Stimmübungen, dass alle Schüler wunderbar zu verstehen sind? Nur der Vorhang macht anfangs was er will – ansonsten wachsen die Schüler mit den Aufführungen am Mittwoch und am Donnerstag über sich hinaus.

Die Adaption von Till von Grotthuis verdichtet den Roman von Ottfried Preußler auf 22 Bilder in zwei Akten und erzählt wie der vierzehnjährige Krabat sich und seine 11 Mitgesellen aus der Schwarzen Schule in der Mühle im Koselbruch befreit. Das Stück handelt von dunklen Mächten, von echten und falschen Freunden und von der Kraft der Liebe. Intensive Szenen zeigen das Leben der jungen Burschen und Mädchen von Schwarzkollm in tragischen und fröhlichen Momenten. Die Regisseurin Edda von der Decken inszeniert die Geschichte in poetischen Bildern, auch das Bühnenbild wurde im Rahmen einer Jahrenarbeit von einer der Schülerinnen erarbeitet.

Schüler, Lehrer und Eltern der Freien Waldorfschule erleben nicht nur einen bewegenden Abend – mit diesen Aufführungen erobern die Schüler das neue Schulgebäude. Die Werktstattbühne wird bis zum endgültigen Umbau zum Saal der Schule als vorläufiger Aufführungsort und Veranstaltungsraum dienen.

Theaterspiel der zweiten Klasse - im neuen Schulgebäude

20. Juli 2014 - Die zweite Klasse zeigte ihr Theaterstück "Das Franziskusspiel"

® Johannes Rosenbruch

Die Schüler hatten von den Legenden um den heiligen Franziskus  im Unterricht gehört und spielten nun das Leben des Gottesmannes nach: Reich als Sohn eines Tuchhändlers in Assisi im Jahr 1182 geboren, entsagt(e) er im Alter von 23 Jahren jeglichem irdischen Reichtum und gründete bald danach den Orden der Armut. Die Zweitklässler spielten das Stück auf der von Eltern errichteten Bühne, ohne jemals dort geprobt zu haben!

Die Art, wie sich die acht-bis neunjährigen Schüler mit der Thematik verbunden hatten und dies zur Darstellung brachten, war beeindruckend. Da taten auch kleine Texthänger dem innigen Gesamteindruck keinen Abbruch. Ein gelungener Einstieg auf der neuen Werkstattbühne der Freien Waldorfschule!

Gesamtkonzept für das neue Schulgelände in Geretsried und neuer Schulname

8. Juli 2014 - Nach langer Suche fand die Freie Waldorfschule Wolfratshausen im Malvenweg 2 in Geretsried ein geeignetes Grundstück mit vorhandener Bausubstanz, um dort zeitnah den Betrieb für die im Aufbau befindliche Waldorfschule aufzunehmen.

Aktuell sind die Unterrichtsräume der Schule auf zwei Adressen in Wolfratshausen verteilt. Diese für Schüler, Lehrer und Eltern, sowie für die wirtschaftliche Situation der Schule  belastende Teilung drängte die Schulführung zu raschem Handeln. Nach reiflichen Überlegungen entschlossen sich  Schulführung und Investor dennoch, vor dem Umbau ein städtebauliches Gesamtkonzept in Auftrag zu geben. Der Architekt Paul-Gerhard Reeh von bpr architektur +design stellte in der Generalversammlung der Schule am 24.6.2014 nun das Gesamtkonzept vor.

1. Bauabschnitt: Alle Klassen ziehen im Laufe des kommenden Schuljahrs nach Geretsried

Da die Schule in freier Trägerschaft zum jetzigen Zeitpunkt noch keine öffentliche Baubezuschussung erhält, steht für den ersten Bauabschnitt zur Zusammenlegung aller Klassen in den H-förmigen Bau am Malvenweg  nur ein knappes Finanzierungsvolumen zur Verfügung. Bauabschnitt 1 bis Anfang des kommenden Jahres sieht die Unterbringung der Klassen 1-10, sowie die Einrichtung des Haupteingangs  und der Mensa vor.  Durch die erweiterte Planung verschiebt sich der Umzug der Freien Waldorfschule nach Geretsried zwar um einige Monate. Der große Vorteil: die Schule kann mit allen Klassen gleichzeitig umziehen.

2. Bauabschnitt: Hohe, helle Säle für Naturwissenschaften und Kunst

In einem zweiten Bauabschnitt plant die Schule die Aufstockung des Hauptgebäudes mit einem vierten Vollgeschoss. In diesem Geschoss werden alle großen Unterrichtssäle untergebracht, die wegen des zu engen Rasters der Stahlbetonskelettstruktur und der niedrigen Geschosshöhe des Baus in den vorhandenen Stockwerken wirtschaftlich, pädagogisch und planerisch nicht befriedigend untergebracht werden können.

Folgende Bauabschnitte: Saalbau und Sporthalle auch für externe Veranstaltungen

Monatsfeiern, Klassenspiele und Präsentationen von Schülerarbeiten vor einem größeren Publikum sind ein wichtiger Teil der Waldorfpädagogik. Zum ersten Bauabschnitt gehört auch eine provisorische Bühne in der an den H-Bau angrenzenden Halle. Für einen späteren Bauabschnitt sieht das Gesamtkonzept der Architekten von bpr architektur + design ein weiteres Highlight vor: Die jetzige Tiefgarage und Halle verschmelzen zu einer Turnhalle und einem Bühnenbereich. Der Komplex Saal und Turnhalle mit Nebenräumen soll dann über eine Naturklimaanlage klimatisiert und mit Fenstern im oberen Drittel wunderbar belichtet werden. Die Bühne mit einem nach Süden ausgerichteten, markanten „Kopf“ der Naturklimaanlage wird der Sonne zugewandt die Fassade des Malvenwegs bilden. Eine mobile Wand trennt die Turnhalle von der Bühne. So kann bei größeren Veranstaltungen der Zuschauerraum einfach erweitert werden. Der Bühnen- und Turnhallenbereich erhält zusätzlich einen eigenen Zugang, und steht so auch für externe Nutzungen zur Verfügung.

Ein Waldorfkindergarten mit Spielgruppe

Zu einer Waldorfschule gehört ein Kindergarten. Die Schule wächst und zieht damit junge Familien in die Region. So entstand der dringende Wunsch, von Anfang an einen Kindergarten in die Planung mit einzubeziehen. Der geplante zweigruppige Kindergarten mit Spielgruppe bekommt einen eigenen Pavillon im ehemaligen Waldstück angrenzend an das Hauptgebäude und eine eigene Erschließung mit Parkplätzen und Freiflächen.

Großzügige Freiflächen für Gartenbau und Tierhaltung

Die nachgewiesene Nutzfläche für Gartenbau und Tierhaltung beträgt mindestens 2000 m²! Für die Verbesserung der Böden soll ein Bodenaustausch im gesamten Garten- und Tierhaltungsgelände bis zu einer Tiefe von 1,5m ab Oberkante Bodenbestand vorgenommen werden. Damit wird dem besonderen Schwerpunkt der Schule Rechnung getragen: Die Freie Waldorfschule legt ein besonderes Augenmerk auf die Salutogenese, die Entwicklung der gesundheitsfördernden Kräfte. Dazu tragen unter anderem die Unterrichtsfächer Gartenbau, die landwirtschaftlichen Praktika und die Tierhaltung bei.

Diese beiden Maßnahmen (Kindergarten, Gartenbau mit Tierhaltung) verwandeln das bestehende Wäldchen in hochwertige Freiflächen, die als saubere Ausgleichsflächen weit mehr  als bisher zum natürlichen Gefüge der Stadt beitragen

Mit dem Umzug erhält die Schule einen neuen Namen: Freie Waldorfschule Isartal

In der Generalversammlung vom 24. Juni beschlossen Lehrer, Eltern und Förderer der Schule nicht nur, die von Hrn. Reeh dargestellte Gesamtplanung voranzutreiben, auch der neue Schulname fand die notwendige Dreiviertelmehrheit. Die Freie Waldorfschule Wolfratshausen wird umbenannt in „Freie Waldorfschule Isartal“.

Die Stadt Geretsried und das Bauamt sind in die neuen Planungen der Schule seit längerem einbezogen. Die Genehmigungsplanung wird entsprechend verändert und eingereicht. Doch bis die Baugenehmigung erteilt ist, gibt es noch viel zu tun. Die Freie Waldorfschule Isartal freut sich auf ihr neues Zuhause!

Im Schuljahr 2014/15 werden die Klassen 1-10 unterrichtet. Die Schule befindet sich nach wie vor im Aufbau und wächst jedes Jahr um eine Jahrgangsstufe bis zum Vollausbau mit den Klassen 1-12 und den Abschlussklassen, die wahlweise zum Abitur und zur Mittleren Reife führen.