Zeugnisse und Abschlüsse
Die Waldorfschule ist eine höhere Schule.
Nach 12 Schuljahren haben die Schüler den Waldorf-Abschluss erreicht und können nach einer 13. Klasse das Abitur oder die mittlere Reife machen.
Nach den Erfahrungen anderer Waldorfschulen schließt etwa ein Drittel der Schüler mit der Mittleren Reife ab, zwei Drittel mit dem Abitur. Diese Quote ist im Vergleich mit staatlichen Schulen hoch.
Die Waldorfschule ist aber auch eine Gesamtschule.
Leistungsschwächere Schüler bleiben im Klassenverband, es gibt kein Sitzenbleiben. Weniger gute Schuler können die Schule verlassen und einen externen Abschluss anstreben, etwa den qualifizierten Hauptschulabschluss ab der 10. Klasse, sie können aber ebenso bis zur 12. Klasse bleiben.
Individuelle Leistungsanforderungen
In allen Klassen gibt es zum Ende des Schuljahres ein Zeugnis. In den Klassen 1 bis 8 erhält jeder Schüler von seinem Klassenlehrer einem Zeugnisspruch, in dem poetisch-bildhaft zum Ausdruck gebracht wird, wie der Lehrer den Schüler erlebt hat und wie die Ziele für die weitere Entwicklung lauten. Den Eltern wird in schriftlicher Form detailliert geschildert, welche Fortschritte oder auch Hemmnisse in der Entwicklung des Kindes wahrgenommen wurden.
In den Klassen 9 bis 12 bleibt diese schriftliche und sehr individuelle Bewertung bestehen. Daneben erhalten die Schüler klassische Bewertungen mit Noten von 1 bis 6. Schüler dieses Alters legen Wert auf klare Messlatten. Mit Hinblick auf die staatlichen Abschlüsse hat sich dies als sinnvoll erwiesen.
Nach der 12.Klasse gibt es ein ausführliches Abgangszeugnis der Waldorfschule, in dem sämtliche geleisteten Praktika sowie Projektarbeiten, Musik- und Theateraufführungen aufgelistet sind.

